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Unterhaltung

Alfred Struwe: Schauspielkarriere zwischen Theater und DDR-Fernsehen

Caleb Voss
Last updated: May 18, 2026 9:30 am
Caleb Voss
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Alfred Struwe
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Einführung

Alfred Struwe gehörte zu den bekannteren Schauspielern des DDR-Fernsehens. Seine Karriere umfasste Jahrzehnte an Theaterarbeit, Auftritte in DEFA-Produktionen sowie regelmäßige Fernsehrollen, bevor er ab 1985 durch die Comedyserie Zahn um Zahn einem breiten Publikum in der DDR bekannt wurde. Er arbeitete sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera und verkörperte ein breites Spektrum an Figuren, von historischen Charakteren bis hin zu komödiantischen Rollen.

Contents
EinführungKurzprofilAlfred Struwes Herkunft und AusbildungTheaterjahre in der DDRAlfred Struwes Film- und FernsehkarriereZahn um Zahn: Alfred Struwes bekannteste RolleKurzchronologieAlfred Struwe nach der WiedervereinigungAlfred Struwes Familie und NachlassEinordnung

Struwe wurde am 22. April 1927 in Marienburg in Westpreußen geboren, dem heutigen Malbork in Polen. Er war der Sohn eines Postbeamten und wuchs mit fünf Geschwistern auf. Später zog er nach Potsdam, wo er am 13. Februar 1998 starb. Sein Name ist heute vor allem mit der Rolle des Dr. Alexander Wittkugel verbunden, die er in allen 21 Folgen von Zahn um Zahn spielte.

Kurzprofil

Vollständiger NameAlfred Struwe
Geburtsdatum22. April 1927
GeburtsortMarienburg, Westpreußen (heute Malbork, Polen)
Todesdatum13. Februar 1998
TodesortPotsdam, Brandenburg
BerufSchauspieler (Theater, Film, Fernsehen)
Bekannteste RolleDr. Alexander Wittkugel, Zahn um Zahn (1985–1988)
EhepartnerinBrigitte
KinderCatharina Struwe (Schauspielerin)
BegräbnisstätteSüdwestkirchhof Stahnsdorf

Alfred Struwes Herkunft und Ausbildung

Struwes erste Bühnenerfahrungen sammelte er in Hitlerjugend-Ferienlagern. 1944 wurde er zunächst zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zum Militär eingezogen. Nach dem Besuch der Offiziersschule in Hannover wurde er in den letzten Kriegstagen noch in den Kampf geschickt. 1945 fand er in Leipzig wieder Anschluss an seine Familie.

Da sein Vater Gustav gegen eine Schauspielkarriere war, besuchte Struwe stattdessen eine Polizeischule, bis diese 1948 geschlossen wurde. Bereits während der Polizeiausbildung trat er in Laienproduktionen auf und nahm privaten Schauspielunterricht. Nach der Schließung der Schule begann er seine professionelle Laufbahn. Zunächst führte ihn sein erstes Engagement 1948 zu einem Leipziger Kabarett, danach folgten Theaterengagements in Greiz, Brandenburg an der Havel, Zittau, Cottbus, Karl-Marx-Stadt und Dresden.

Theaterjahre in der DDR

Das Theater bildete den Kern von Struwes früher Berufspraxis. Über mehr als ein Jahrzehnt arbeitete er an verschiedenen Bühnen in der DDR und entwickelte dabei ein breites Rollenrepertoire. Die Theaterarbeit in der DDR war staatlich organisiert und eingebettet in ein kulturpolitisches System, das professionellen Bühnenakteuren feste Ensemblestrukturen und regelmäßige Beschäftigung bot.

Struwe war ein vielseitiger Theaterschauspieler, der darüber hinaus auch bei Film und Fernsehen tätig war. Die Erfahrungen an verschiedenen Stadttheatern schufen die Grundlage für seinen späteren Wechsel ins Fernsehen, das in der DDR der 1960er und 1970er Jahre rapide an Bedeutung gewann und für viele Bühnenschauspieler neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnete.

Alfred Struwes Film- und Fernsehkarriere

Struwes erster Kameraauftritt fand 1954 in der DEFA-Koproduktion Leuchtfeuer statt. Daraufhin war er ab den 1960er Jahren regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Dabei übernahm er ein breites Spektrum an Rollen, darunter historische Figuren und Charakterrollen in Unterhaltungsformaten.

Mehrfach spielte er die Rolle von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem Offizier, der am Attentat auf Hitler beteiligt war. 1987 übernahm er in dem Film Magnat die Rolle von Kaiser Wilhelm II. Zu seinen dokumentierten Produktionen zählen außerdem Das unsichtbare Visier (1973), Front ohne Gnade (1984) und Das große Abenteuer des Kaspar Schmeck (1981). Diese Produktionen zeigen die Bandbreite seiner Beschäftigung innerhalb des DDR-Film- und Fernsehsystems.

Zahn um Zahn: Alfred Struwes bekannteste Rolle

Zahn um Zahn, auch bekannt als Zahn um Zahn: Die Praktiken des Dr. Wittkugel, war eine DDR-Fernsehserie, die zwischen 1985 und 1988 auf DDR1 ausgestrahlt wurde. Die Serie wurde von Gerhard Jäckel geschrieben und von Peter Hill inszeniert. Sie umfasste drei Staffeln mit insgesamt 21 Episoden von je 55 bis 60 Minuten Länge.

Struwe spielte Dr. Alexander Wittkugel, einen Witwer, der seine Tochter Sabine großzieht und seine Praxis mit Unterstützung seiner Sprechstundenhilfe Victoria „Häppchen” Happmeyer und dem Techniker Martin Opitz führt. Zur Besetzung gehörte außerdem Günter Grabbert als Tierarzt Dr. Oswald Baumann sowie Solveig Müller als Vertretungszahnärztin Dr. Post.

Ursprünglich auf sieben Folgen angelegt, wurde die Serie aufgrund der Publikumsnachfrage auf insgesamt 21 Episoden ausgeweitet. Gedreht wurde hauptsächlich in den Filmstudios Berlin-Adlershof, mit Außenaufnahmen unter anderem am Müggelsee und in Warnemünde. Die Erstausstrahlung auf DDR1 erfolgte am 17. Mai 1985, wöchentlich freitags um 20 Uhr. Nach der Wiedervereinigung erschien die Serie auf DVD und wird in der Medienwissenschaft als Beispiel für das DDR-Arztseriengenre untersucht.

Kurzchronologie

JahrEreignis
1927Geburt in Marienburg, Westpreußen
1944Einberufung zum Reichsarbeitsdienst und Militär
1945Rückkehr nach Leipzig
1948Debüt beim Leipziger Kabarett
1949Engagement am Theater Greiz
1954Erster Filmauftritt in Leuchtfeuer (DEFA)
1960erRegelmäßige Film- und Fernsehauftritte in der DDR
1973Rolle in Das unsichtbare Visier
1984Rolle in Front ohne Gnade
1985Beginn der Serie Zahn um Zahn auf DDR1
1987Rolle als Kaiser Wilhelm II. in Magnat
1988Abschluss der Serie Zahn um Zahn nach 21 Folgen
1995Bühnenauftritt am Hans-Otto-Theater Potsdam
1998Tod in Potsdam am 13. Februar

Alfred Struwe nach der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung übernahm Struwe nur noch vereinzelt Rollen in Fernsehproduktionen. Denn der Strukturwandel im deutschen Mediensystem nach 1990 veränderte die Produktionsbedingungen grundlegend. Infolgedessen fanden viele Darsteller, die primär im DDR-Fernsehen tätig gewesen waren, im neu organisierten gesamtdeutschen Fernsehbetrieb weniger Beschäftigung.

1995 trat Struwe am Potsdamer Hans-Otto-Theater in der Uraufführung der Satire „Bernsteinzimmer” auf, wo er die Rolle des Theodor Fontane übernahm. Es war einer seiner letzten dokumentierten Bühnenauftritte. Struwe starb am 13. Februar 1998 in Potsdam an den Folgen eines Herzleidens im Alter von 70 Jahren.

Alfred Struwes Familie und Nachlass

Alfred Struwe war mit Brigitte verheiratet. Über sein Privatleben sind öffentlich kaum Informationen bekannt. Seine Tochter Catharina Struwe ist ebenfalls als Schauspielerin tätig. Sie ist hauptsächlich an der Neuen Bühne Senftenberg engagiert.

Struwe wurde auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt. Seine Filmografie ist über die IMDb sowie das deutsche Filmportal filmportal.de dokumentiert und umfasst Produktionen aus mehr als vier Jahrzehnten.

Einordnung

Alfred Struwe war ein Schauspieler, dessen Karriere eng mit den institutionellen Strukturen des DDR-Kultur- und Medienbetriebs verknüpft war. Er arbeitete zunächst im staatlich organisierten Theaterbetrieb der DDR, bevor er ab den 1950er Jahren zunehmend in DEFA-Produktionen und Fernsehformaten eingesetzt wurde.

Zahn um Zahn wird in der medienwissenschaftlichen Forschung als Beispiel für das DDR-Arztseriengenre behandelt und als Dokument einer spezifischen Phase des ostdeutschen Fernsehens vor der Wiedervereinigung eingeordnet. Struwes Rolle in dieser Serie war sein bekanntester Beitrag zur DDR-Fernsehgeschichte und ist heute über DVD-Veröffentlichungen weiterhin zugänglich. Sein Gesamtwerk spiegelt die Produktionsbedingungen und Formatentwicklungen des DDR-Fernsehens von den 1950er bis in die späten 1980er Jahre wider.


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